02 Jul

Boden-Analyse a´la Carlowitz

Vorgestern bin ich bei der Lektüre der Sylvicultura oeconomica auf eine Anleitung gestoßen, wie man aus Geruch und Geschmack die Bodenbeschaffenheit prüfen kann:

Will man aber gründlich der Sache nachgehen und die Güte des Erdbodens eigentlicher erkennen / kann man eine Probe thun. Wenn man nemlich von solcher Erde etwas ins Wasser rühret und Tag und Nacht darauf stehen und sich setzen lässet / hernach durchseichet oder filtriret / so wird das Wasser dem Geruch und Geschmack der Erden an sich nehmen / und also hierdurch zu erkennen seyn / ob es sauer / süsse / stinckend / bitter / angenehm oder ungeschmack sey / daraus auch unfehlbar seine Güte oder Unart zu schliessen / oder was es ongefehr vor Mineralien bey sich führe.


Ich denke, das war schon vor 300 Jahren nicht ganz ungefährlich. Wer heutzutage die Bodenbeschaffenheit auf diese doch recht rustikale Art prüfen würde hätte wahrscheinlich keine große Lebenserwartung.

In jedem Fall toll. Das war Nachhaltigkeitsmanagement in seiner Urform. Beeindruckend.

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