19 Mai

Bundeskanzlerin und Nachhaltigkeit

In dieser Woche fand ja die 13. Jahreskonferenz für Nachhaltige Entwicklung in Berlin statt. Das Motto war “Mit Maß und Mut – für eine politische Kultur der Nachhaltigkeit”.

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung. Junge und alte Menschen und solche dazwischen wie ich, alle mit sehr ähnlichen Visionen und Zielen, das kam in allen Vorträgen und beim Networking in den Pausengesprächen deutlich rüber.

Höhepunkt war natürlich, dass die Bundeskanzlerin kam und eine Rede gehalten hat. Obwohl ihr Büro ja quasi um die Ecke lag, hat sie sich so ein Viertelstündchen verspätet. Der Saal war voll besetzt und wir haben angespannt auf die Kanzlerin gewartet. Ich fürchte, wir alle, das gesamte Auditorium haben wie kleine Kinder gewirkt, die auf den Weihnachtsmann warten. Aber dann rauschte sie herein und es ging los.

Wen es interessiert, der kann sich die Rede der Kanzlerin unter https://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Rede/2013/05/2013-05-13-merkel-nachhaltigkeitsrat.html runter laden und nachlesen. Die Rede war an sich recht passend für die Veranstaltung. Mir fiel jedoch auf, dass Frau Merkel ständig auf Wachstum und Wachstum und Wachstum herum ritt  z.B. bei “…Ich glaube, der Begriff Nachhaltigkeit ist auch mit unserem Wachstumsbegriff eng verknüpft…”.

Wachstum und Nachhaltigkeit sind schon miteinander verbunden, aber nicht im Sinne eines ständig wachsendes BIP, sondern im Sinne von Carl von Carlowitz (1 Baum fällen, drei neue pflanzen). Unter dem Strich ist das nämlich keine stetiges Wachstum, sondern hält bei allen Unwägbarkeiten wie Stürme, Pflanzenschädlinge, oder Waldbrände den Baumbestand im Durchschnitt immer gleich. Ich glaube, dass die Herausforderung für Deutschland darin liegt, den erreichten Wohlstand zu halten bzw. maßvoll zu steigern (mit Maß und Mut), dabei die natürlichen Ressourcen zu schonen und keine Mitbürger an die Ränder unserer Gesellschaft zu drücken. Wenn uns das gelingt, dann sind wir wirklich auf dem Weg einer nachhaltigen Entwicklung, dann bewahren wir die Schöpfung.

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