17 Mrz

Zurück in die Zukunft.

Die Auswirkungen des Corona-Virus zeigen uns derzeit überdeutlich die Verletzlichkeit und Fragilität unserer modernen und mobilen Welt. Weltweit reduzieren Fluggesellschaften ihren Betrieb drastisch oder stellen ihn gar völlig ein. Die deutsche Bundesbahn fährt ihren Betrieb runter, die deutschen Nordsee-Inseln werden für Besucher gesperrt und viele weitere Einschränkungen in der Mobilität schränken uns derzeit ein. Wir nähern uns damit einem verkehrstechnischen Zustand wie vor etwa einhundert Jahren.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts träumten die Menschen davon, wie es denn wäre, mit dem Flugzeug in kurzer Zeit nach Paris, London, Moskau oder New York zu fliegen. Wer hätte damals gedacht, dass dies innerhalb einer Generation schon Wirklichkeit und in einer weiteren Generation sogar für jedermann möglich sein würde?

Zurück in die Zukunft.

Die Mobilität in ganz Europa ist stark eingeschränkt und wir träumen wieder davon mit dem Flugzeug nach Frankreich, Spanien oder in die USA zu fliegen. Ein Traum?Nein, denn auch wenn uns der Corona-Virus momentan am Boden hält wissen wir, dass die Flugzeuge und die Infrastruktur nach wie vor da sind und wir in absehbarer Zukunft wieder grenzenlos reisen und unsere Freiheit genießen können.

Wir sollten die Zeit auf der „Parkposition“ nutzen und uns auf die Zukunft nach Corona konzentrieren. Das kostbare Gut der grenzenlosen Freiheit, die uns die Luftfahrt gibt, sollten wir zukünftig nachhaltiger ausgestalten. Jetzt haben wir die Zeit sinnlose Diskussionen zu beenden, Bedenken hintenanzustellen und gemeinsam an einer nachhaltigen Zukunft der Luftfahrt arbeiten.

Dazu gehört ganz sicher die Einführung CO2-armer, strombasierter Flugtreibstoffe aus Erneuerbaren Energien (Power-to-Liquid). Die Technik ist reif, es fehlen nur die notwendigen gesetzlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für eine rasche Verbreitung. Auch die weitere Entwicklung und Förderung hybrider und elektrischer Antriebe für die Luftfahrt sind wichtige Komponente auf dem Weg zu einer nachhaltigen Luftfahrt.

Wir haben die große Chance, die jetzige Phase eingeschränkter Mobilität zu nutzen, um Konzepte zu entwickeln und Pläne zu schmieden, die uns in der Zeit nach Corona einen gewaltigen Sprung vorwärts in der Entwicklung der nachhaltigen Luftfahrt machen lassen. Davon konnten Generationen vor uns nur träumen.

Zurück in die Zukunft!   

23 Feb

Energieeffizienz als nachhaltiger Kostensenker im Unternehmen

Gratis eBook Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Ein wichtiges Element für mehr Nachhaltigkeit, insbesondere in Unternehmen und Kommunen, ist das Thema Energieeffizienz. Mit einer höheren Energieeffizienz lassen sich die Energiekosten erheblich verringern (ökonomische Säule), die Emission von Treibhausgasen reduzieren (ökologische Säule) und bietet gerade Unternehmern die Möglichkeit finanziellen Spielräume zu eröffnen um mehr Arbeitsplätze anbieten zu können (gesellschaftliche Säule).

Dazu kommt, dass Energieeffizienzmaßnahmen und Investitionen in hocheffiziente Querschnittstechnologien in Deutschland stark gefördert werden. In diesem Themenfeld bin ich nun bereits seit 7 Jahren als selbstständiger Energieberater sehr erfolgreich tätig und möchte dazu beitragen, dass sich die nötigen Informationen zu mehr Nachhaltigkeit im Bereich Energie verbreiten.

“Geben ist seliger als Nehmen” In diesem Sinn möchte ich den Lesern meines Blogs Zugang zu meinem Wissen in Punkto Energieeffizienz für Unternehmen ermöglichen.

Ich habe zu diesem Thema ein eBook geschrieben, in dem ich zahlreiche sofort anwendbare Beispiele aus meiner Praxis als Energieberater gratis zur Verfügung stelle. Dazu sehr nützliche Informationen zu entsprechenden Fördermöglichkeiten aus dem “Dschungel” der Förderprogramme von BAFA, BLE und KfW.

Mein eBook “Energiekosten im Unternehmen minimieren!” können Sie kostenlos über diesen Link beziehen:

GRATIS-eBook Energiekosten minimieren

Viel Spaß beim Lesen und viel Erfolg bei der Umsetzung!

06 Dez

ÜBER 50.000 NEUE JOBS DURCH PHOTOVOLTAIK UND SPEICHER

Wirtschaftsmotor Photovoltaik

Bonn/Berlin/Pforzheim, 5. Dezember 2019: Um eine Stromerzeugungslücke infolge des Atom- und Kohleausstiegs zu vermeiden, müssen Photovoltaik- und Speicherkapazitäten deutlich stärker ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2030 könnten so über 50.000 neue Jobs in Deutschland entstehen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmens EuPD Research hervor.

Demnach kann die Zahl der Arbeitsplätze in der heimischen Photovoltaik- und Speicherbranche bis 2030 von derzeit 26.400 auf 78.000 gesteigert werden. Der Branchenumsatz wachse in der kommenden Dekade von fünf auf 12,5 Milliarden Euro. Die Arbeitsplätze entstehen überwiegend in den Bereichen Planung, Installation, Betrieb und Wartung von PV-Anlagen. Allein im Bereich der Wartung werden die Beschäftigtenzahlen von 9.200 auf 26.000 im Jahr 2030 ansteigen. Weiteres Potential ergibt sich zudem aus der Erschließung der Marktpotenziale von Mittel- und Langfristspeicher.

Der Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW) fordert die Bundesregierung auf, bestehende Investitionsbarrieren für Solaranlagen und Speicher nunmehr schnell zu beseitigen und die im Klimaschutzprogramm definierten Ausbauziele für Solartechnik deutlich nachzubessern. Noch in diesem Jahr müsse der 52-Gigawatt-Deckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz fallen, wie dies von der Bundesregierung in den letzten Wochen wiederholt versprochen wurde. Andernfalls drohe 2020 nach der Windbranche nun auch der Solarbranche ein Markteinbruch, der die Klimaschutzbemühungen konterkariere und tausende Jobs gefährde. BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig warnt: „Die Zeit läuft ab, weitere Verzögerungen sind unverantwortlich! Die 52-Gigawatt-Marke wird bereits in wenigen Monaten erreicht.“

Die vom Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research erstellte Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040“ liefert viertelstundengenau eine Prognose von Stromangebot und -nachfrage in Deutschland. Zur Vermeidung einer Stromlücke, ausgelöst durch den Rückbau konventioneller Kraftwerke und steigende Stromverbräuche, zeigt die Studie einen notwendigen Wachstumspfad der jährlichen Photovoltaik-Installationen auf 10 Gigawatt (GW) auf. Dieser PV-Zubau müsse von einem starken Anstieg an Speicherkapazitäten flankiert werden.

Mit einer prognostizierten kumulierten Photovoltaik-Leistung von 162 GW und einem Bestand an 15 Gigawattstunden an Heim-, Gewerbe- und Netzspeichern im Jahr 2030 sind deutliche Beschäftigungseffekte verbunden.
Die Solarisierung der Energieversorgung ermöglicht nach Analysen der Marktforscher im Jahr 2040 ein Absinken des Strompreises auf unter 29 Cent je Kilowattstunde.

Wirtschaftsmotor Photovoltaik

Die Studie „Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040“ wurde in Kooperation von BSW Solar, EuPD Research und The smarter E Europe erarbeitet. Das Projekt wird unterstützt von BayWa r.e., E3/DC, Fronius, Goldbeck Solar, IBC Solar, Panasonic, SHARP, SIEMENS, sonnen, SUNTECH, TESVOLT und VARTA.

Die vollständige Studie kann hier angefordert werden: http://bit.ly/thesmartere-studie-PM 

Quelle: The smarter E Europe


 

10 Jan

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie?

nachhaltige Entwicklung

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit spart Kosten und erhöht die Gewinne jeder Organisation und jedes Unternehmens. Sie schont Klima und Umwelt, sie führt Menschen in eine gute Zukunft.

In einer zunehmend globalisierten Welt ist die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens der entscheidende Faktor um auch in der Zukunft wirtschaftlich stark zu bleiben.

Nachhaltigkeit bedeutet Zukunft!

Diese Tage ist nun die überarbeitete 2. Auflage meines Sachbuchs “Oh je, Herr Carlowitz” erschienen: https://www.amazon.de/Oh-Herr-Carlowitz-Nachhaltigkeit-Praxis-ebook/dp/B01HPVWTV4

Wenn Sie die Tipps und Tricks aus vielen Jahren erprobter Praxis im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement interessieren, dann sind Sie mit “Oh je, Herr Carlowitz” bestens bedient.


 

11 Jan

Neue Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet

Mittwoch, 11. Januar 2017

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung die „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016“ beschlossen. Sie steht ganz im Zeichen der VN-Agenda 2030 und ihrer Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Sie stellt die umfassendste Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie seit ihrem erstmaligen Beschluss im Jahre 2002 dar.

Die Nachhaltigkeitsstrategie 2016 legt deutsche Ziele zu allen 17 SDGs fest und schildert, mit welchen Maßnahmen die Bundesregierung diese bis zum Jahr 2030 in allen Bereichen nachhaltiger Entwicklung erreichen will: Von Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung und Gesundheitsfürsorge über Bildung, Geschlechtergleichheit, Rechtsstaatlichkeit hin zu Klima- und Artenschutz, nachhaltigem Konsum und wirtschaftlicher Entwicklung. Zudem stärkt die Strategie sowohl die Zusammenarbeit innerhalb der Bundesregierung für eine nachhaltige Politik als auch die Kooperation mit den wichtigen Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.

Der Chef des Bundeskanzleramts, Bundesminister Altmaier, erklärte dazu: „Die Verabschiedung der Agenda 2030 war ein großer Durchbruch. Mit der neuen Nachhaltigkeitsstrategie trägt die Bundesregierung wesentlich zu ihrer Umsetzung bei. Wir werden zeigen, dass materieller Wohlstand, eine solidarische Gesellschaft und der Schutz unserer Umwelt Hand in Hand gehen können und müssen.“

Die Strategie wurde von allen Bundesministerien im Rahmen des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung unter Leitung des Chefs des Bundeskanzleramtes erarbeitet. Einbezogen wurden zahlreiche Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Institutionen aus einem knapp einjährigen Dialog.

Die Strategie ist im Internet abrufbar unter www.deutsche-nachhaltigkeitsstrategie.de

Quelle: PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG


 

09 Jan

Neue nichtfinanzielle Berichtspflichten ab 2017

Stärkung der unternehmerischen Verantwortung durch neue nichtfinanzielle Berichtspflichten

Die Bundesregierung hat den vom Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz) beschlossen.

Damit setzt die Bundesregierung die sogenannte CSR-Richtlinie um. CSR steht für Corporate SocialResponsibility, also für die Verantwortung von Unternehmen, für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Nach dem Gesetzentwurf müssen bestimmte große, insbesondere am Kapitalmarkt tätige Unternehmen, in ihren Lageberichten künftig verstärkt auch nichtfinanzielle Themen darstellen. Erforderlich werden dabei vor allem Angaben über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung.

Unternehmen werden heute nicht mehr nur nach ihren Finanzdaten bewertet. Investoren, Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher verlangen zu Recht mehr und bessere Informationen. Dazu zählen Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange genauso wie die Achtung der Menschenrechte oder Konzepte zur Korruptionsbekämpfung. Wir wollen die Transparenz im Bereich der unternehmerischen Verantwortung weiter stärken. Große Unternehmen sollen daher verpflichtet werden, auch über wesentliche nichtfinanzielle Belange zu berichten.“
Heiko Maas, Bundesjustiz- und Verbraucherschutzminister

Der Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen folgende Regelungen vor:

  • Neue nichtfinanzielle Berichtspflichten: Künftig müssen bestimmte große, insbesondere börsennotierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern im Lage- bzw. Konzernlagebericht oder in einem gesonderten nichtfinanziellen Bericht ihre wesentlichen Risiken darstellen, die im Hinblick auf Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung bestehen. Zudem sind insbesondere auch Angaben zu den Konzepten erforderlich, welche die Unternehmen in Bezug auf diese Belange verfolgen.
  • Angaben zu Diversitätskonzepten: Darüber hinaus haben bestimmte börsennotierte Unternehmen ihre Erklärung zur Unternehmensführung durch präzisere Angaben zu den Diversitätskonzepten für Leitungsorgane der Unternehmen zu ergänzen.
  • Erweiterung der Sanktionsregelungen: Schließlich werden die im Handelsbilanzrecht heute schon bestehenden Straf- und Bußgeldvorschriften auf Verstöße gegen die neuen Berichtspflichten erweitert und der bisherige maximale Bußgeldrahmen deutlich angehoben.

Die Neuregelungen sollen erstmals für im Jahr 2017 beginnende Geschäftsjahre der Unternehmen wirksam werden.

Quelle: BMJV

Anmerkung IASA e.V.:

Als Organisation, die sie sich das Thema Nachhaltigkeit zum Schwerpunkt ihrer Tätigkeiten gesetzt hat, ist die IASA mit allen Aspekten der Nachhaltigkeitsberichterstattung und insbesondere mit der neuen nichtfinanziellen Berichtserstattung nach der neuen CSR-Richtlinie bestens vertraut.

Mit dem von uns entwickelten Gütesiegel IASA Certified Sustainability® zeichnen wir Unternehmen aus, die nachweislich nachhaltig wirtschaften. Für das dem Gütesiegel zugrundeliegende Zertifizierungssystem Sustainability. Now.® haben wir nun ein neues CSR-Modul entwickelt, das als Ergebnis einen nichtfinanziellen Bericht nach den Vorgaben der CSR-Richtlinie erzeugt, der ab dem 1. Januar 2017 für Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern verpflichtend ist.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen zu der neuen Berichtspflicht und unterstützen Sie bei der Erstellung Ihres CSR-Reports: zum Kontaktformular

Michael Wühle, Vorstand IASA e.V.


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02 Jan

Oh je, Herr Carlowitz – Taschenbuch

Bisher nur als E-Book erhältlich – nun auch als Taschenbuch verfügbar.

Es gibt nun eine Taschenbuch-Version meines Sachbuchs “Oh je, Herr Carlowitz – Nachhaltigkeit in der Praxis”. Wer lieber Papier in der Hand halt als einen E-Book-Reader kann sich das Taschenbuch aber natürlich auch das E-Book unter dem nachfolgenden Link bestellen: https://www.amazon.de/Oh-Herr-Carlowitz-Nachhaltigkeit-Praxis/dp/B01HPVWTV4

Sachbuch Nachhaltigkeit

16 Okt

Interview

Buchmarketing.direkt im Gespräch mit Michael Wühle: „Oh je, Herr Carlowitz“

Michael Wühle, geboren 1960 in München, ist ein begeisterter Ingenieur. Er war lange für den Flughafen München tätig. Als Verantwortlicher für die Technische Inbetriebnahme von Terminal 2 sorgte er für einen erfolgreichen Start dieser großen Flughafenerweiterung und entwickelte dabei das Facility Management für den Airport. Er führte die Umweltabteilung und entwickelte in dieser Periode die Nachhaltigkeitsstrategie für den Flughafen, sowie dessen erste Nachhaltigkeitsberichte. 2013 machte er sich selbstständig und berät seitdem Organisationen aller Art auf den Gebieten Nachhaltigkeitsmanagement, Umweltschutz, Energie-Effizienz, Erneuerbare Energien, Facility-Management und Inbetriebnahme-Management. Michael Wühle ist Gründer und gewählter Vizepräsident des Luftfahrtverbandes IASA e.V. Er entwickelte das Zertifizierungssystem Sustainability. Now.®, das auf der ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“ basiert, sowie das Gütesiegel IASA Certified Sustainability®.

*

Buchmarketing.direkt: Guten Tag, Herr Wühle. Das Hauptthema unseres Interviews soll natürlich Ihr Buch Oh je, Herr Carlowitz werden. Für den normalen Leser lässt diese Titelbezeichnung allerdings nicht sofort den Rückschluss zu, dass es sich hierbei eindeutig um ein Sachbuch handelt. Wer ist – oder war – denn dieser Herr Carlowitz? Und was bedeutet der vorangestellte Seufzer?

Michael Wühle: Hans Carl von Carlowitz war um das Jahr 1700 als sächsischer Oberberghauptmann für die Holzversorgung des sächsischen Berg- und Hüttenwesens verantwortlich und gilt als Erfinder der Nachhaltigkeit. Der Seufzer entstand deswegen, weil heutzutage der Begriff und das System der Nachhaltigkeit von seinem einfachen Ursprung der „Wilden Baum-Zucht“, wie Carlowitz sein Nachhaltigkeitssystem genannt hat, weit entfernt ist und sehr oft auch missverstanden wird.

Buchmarketing.direkt: Das Wort Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Was aber meint der Begriff genau, wo kommt er her und was hat er mit unserem Alltag zu tun?

Michael Wühle: Als hochrangiger und verantwortlicher Beamter im barocken Sachsen war Carlowitz für die Holzversorgung des sächsischen Berg- und Hüttenwesens verantwortlich. Die Schmelzöfen des Erzgebirges verschlangen Unmengen an Holz, Bevölkerungswachstum und Städtewachstum führten zu einem großen Holzmangel. Wie in früheren Epochen auch dachten die Menschen nicht weiter nach und holzten ab, was nur möglich war. Holz wurde Mangelware und damit entstand eine große Energiekrise, mit der Carlowitz konfrontiert war und für die er eine Lösung suchte und fand. Ihm wurde klar, dass der vorhandene und steigende Holzbedarf nur durch eine neue Art der Forstwirtschaft gesichert werden kann. Nur mit dieser neuen Methode konnte sichergestellt werden „… daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe / weiln es eine unentberliche Sache ist / ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag …“. Diese Zeilen stammen aus seinem berühmten Werk „Sylvicultura Oeconomica“, das als erstes eigenständiges Werk über die Forstwirtschaft gilt. Übertragen auf die Gegenwart bedeuten seine Erkenntnisse zur nachhaltigen Forstwirtschaft, dass wir mit den Ressourcen unserer Welt so wirtschaften müssen, dass die Generationen nach uns in einer weitgehend intakten Umwelt leben können und alle Vorzüge und Bequemlichkeiten einer industrialisierten Welt in der gleichen Form genießen können wie wir selbst.

Buchmarketing.direkt: Sie haben Ihrem Werk den Untertitel: Nachhaltigkeit in der Praxis gegeben, gefolgt von dem adressierenden Zusatz: An alle, die vor nachhaltigen Entscheidungen stehen. An welchen Personenkreis wenden Sie sich konkret?

Michael Wühle: Das Buch richtet sich an alle interessierten Menschen zum Thema Nachhaltigkeit, an Schüler und Studenten, an Fachkräfte und Manager, an alle Menschen, die in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld nachhaltige Strukturen schaffen wollen. Wie ich aus meinem beruflichen Netzwerk und auch aus meiner Tätigkeit als Referent in der TÜV-Rheinland-Akademie weiß, scheuen viele Menschen die Kosten, die mit einschlägigen Seminaren zum Thema Nachhaltigkeit verbunden sind. Sie können sich mit Hilfe dieses relativ preiswerten Sachbuchs mehr als nur einen ersten Überblick über das komplexe System Nachhaltigkeit verschaffen. Es ist kein theoretisches Werk, sondern vermittelt „best practice“ in einer Art und Weise, dass der geneigte Leser damit in seinem privaten oder beruflichen Umfeld Nachhaltigkeit erfolgreich umsetzen und Nachhaltigkeit leben kann.

Buchmarketing.direkt: Manchmal kommt ein Umdenkungsprozess nur ganz langsam in Gang, sodass die Zeitgenossen ihn zunächst kaum wahrnehmen. Bei anderen Themen scheint es, als hätte die Welt nur darauf gewartet, dass jemand das Offensichtliche formuliert. Wann wurden Sie auf dieses überaus wichtige Thema aufmerksam? Und gab es in Ihrem Leben einen besonderen „Stein des Anstoßes“?

Michael Wühle: Vor einigen Jahren war ich für den Umweltbereich eines größeren Unternehmens zuständig. Eine meiner Aufgaben war es, eine Nachhaltigkeitsstrategie für das Unternehmen zu entwickeln und einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Mir kam es damals so vor, als wäre auf einmal alles um mich herum nachhaltig. Der Begriff Nachhaltigkeit war gerade mal wieder in Mode und wurde sehr deflationär für alles und nichts verwendet. Ich ging damals ähnlich sorglos mit dem Begriff Nachhaltigkeit um und habe ihn nur als Erscheinung des Zeitgeistes verstanden. Erst als ich mich vor drei Jahren selbstständig gemacht und mein Konzept eines Nachhaltigkeitsmanagements erstellt habe, ist mir die wirkliche Bedeutung, der umfassende Ansatz und die Mächtigkeit dieser Methodik klargeworden. Nur wenn ich von meinem erlernten Wissen, meinen Managementmethoden, meiner Überzeugungskraft leben kann, dabei auch noch Freude habe und es nur Gewinner bei den beteiligten Menschen und der betroffenen Umwelt gibt, nur dann arbeite ich nachhaltig und produziere quasi Nachhaltigkeit.

Buchmarketing.direkt: Für Sie bedeutet Nachhaltigkeit keine Ideologie des Verzichts und der Verbote, sondern Sie begreifen aktiv und richtig praktizierte Nachhaltigkeit vielmehr als Aufforderung zu intelligentem, innovativen, vor allem aber sozial verantwortlichem Handeln. Sehen Sie hierbei mehr die Gesellschaft gefordert oder sollte sich zuerst jeder einzelne Mensch in seiner ganz privaten Umgebung angesprochen fühlen?

Michael Wühle: Sowohl, als auch. Zunächst sollte sich jeder einzelne Mensch angesprochen fühlen. Deshalb habe ich auch unserem Konsumverhalten ein eigenes Kapitel gewidmet. Seit ich mich nun beruflich und täglich mit dem Thema Nachhaltigkeit tagtäglich beschäftige, habe ich mein eigenes Konsumverhalten stark verändert und versuche damit als Konsument einen kleinen Beitrag zu leisten, damit die Welt etwas nachhaltiger und damit auch schöner und friedlicher wird. Und ich bin nicht allein! Immer mehr Menschen in meinem beruflichen und privaten Bekanntenkreis denken und handeln ähnlich. Damit formen wir eine Bewegung die ganz sicher die Gesellschaft radikal und zum Besseren ändern wird. Dieses Wissen einer „guten Botschaft“ zu verbreiten war auch Motivation für dieses Buch.

Buchmarketing.direkt: Bereits Anfangs des 20. Jahrhunderts begann sich die Weltgemeinschaft mit den Problemen der Umweltverschmutzung, den Folgen von Überbevölkerung und dem schonungslosen Umgang mit Ressourcen zu beschäftigen. Es fanden sogar erste internationale Konferenzen zum Thema Naturschutz statt (z.B. die Internationale Konferenz für Naturschutz 1913 in Bern). Man gewinnt dennoch den Eindruck, als würden diese bedrohlichen Probleme von den mächtigsten Staaten noch immer nicht ausreichend ernst genommen. Wie sehen Sie die realen Zukunftschancen für global festzulegende Regelungen der wichtigsten Nachhaltigkeitsfragen?

Michael Wühle: Ich sehe da gute Chancen, insbesondere dann, wenn wir Konsumenten den Druck weiter erhöhen und gezielt nachhaltige Produkte und Dienstleistungen nachfragen. Darüber hinaus entstehen gerade in der EU und in Deutschland erste Gesetze und Richtlinien in dieser Richtung. Ab nächstem Jahr tritt in Deutschland eine EU-Richtlinie zur sogenannten „nichtfinanziellen Berichterstattung“ in Kraft, die insbesondere Nachhaltigkeitsaspekte großer Unternehmen abfragt. Mit dieser CSR-Richtlinie beginnt die bisherige Unverbindlichkeit im Bereich Nachhaltigkeit aufzuhören. Das Umweltministerium erstellt gerade den Klimaschutzplan 2050, der alle Dimensionen der Nachhaltigkeit erfasst und demnächst Gesetz in Deutschland wird. In vielen anderen Ländern passiert ähnliches und so bin ich ganz zuversichtlich, dass es in nicht allzu ferner Zeit eine globale Regelung geben wird. Allein die derzeitige Flüchtlingskrise und deren Ursachen wie Krieg, wirtschaftliche Not, Klimawandel und seine Folgen, usw. zwingen die Politik dazu über nachhaltige Lösungen nachzudenken. Ausgenommen natürlich die ewig gestrigen, die immer noch meinen mit Zäunen könnten solche Probleme gelöst werden!

Buchmarketing.direkt: Sie haben das Zertifizierungssystem Sustainability. Now.® entwickelt. Erklären Sie bitte unseren Lesern, was Sie genau darunter verstehen.

Michael Wühle: Wenn Sie sich mit Nachhaltigkeit intensiver beschäftigen, dann fallen Sie früher oder später über die ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“. Dieses internationale Dokument richtet sich an Organisationen aller Art und bietet ihnen eine Anleitung als Organisation zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Es ist eine sehr umfassende Sammlung möglicher Maßnahmen im ökonomischen, ökologischen und sozial/gesellschaftlichen Bereich. Leider verstehen die Autoren der ISO 26000 ihr Werk lediglich als Orientierung für den Anwender und halten sie Zertifizierungszwecke für nicht geeignet. Wenn aber Nachhaltigkeit in Organisationen umgesetzt und entwickelt werden soll, dann muss Nachhaltigkeit auch messbar gemacht werden. Genau diesem Zweck dient mein Zertifizierungssystem Sustainability. Now.®, das dies möglich macht. Ich habe die zum Nachweis eines nachhaltigen Unternehmens erforderlichen Inhalte aus der ISO 26000 aufgenommen, mit meinem Praxiswissen in den Bereichen Projektmanagement, Umwelt und Strategie verknüpft und damit ein System entwickelt mit dem recht einfach der Grad der Nachhaltigkeit einer Organisation ermittelt werden kann. Dabei wird nicht nur ein Nachhaltigkeitsstatus erfasst, sondern vielmehr ein Nachhaltigkeitsprozess gestartet, der sich selbst trägt.

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Buchmarketing.direkt: Wenn ich Sie richtig verstanden habe, dann bilden Sie persönlich auch zukünftige Nachhaltigkeitsmanager aus? Ist das ein „richtiger“ Beruf?

Michael Wühle: Ich denke schon, dass dies ein „richtiger“ Beruf ist, denn ich lebe ja schließlich nun bereits seit drei Jahren davon. In unserem Verein IASA e.V. bilde ich seit knapp zwei Jahren Auditoren für das System Sustainability. Now.®aus. Es gibt nun außer mir bereits sechzehn Auditoren, die nach diesem System zertifizieren können. Jemand, der sich dieser Ausbildung unterzogen hat kann sich meiner Meinung auch völlig berechtigt Nachhaltigkeitsmanager nennen.

Buchmarketing.direkt: Herr Wühle, ich bedanke mich für dieses sehr informative Interview.

Link zur Buchbesprechung:

Link zur Website des Interview-Partners:

Das Interview führte Peter Eckhart Reichel

14 Okt

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor für den Mittelstand

Nachhaltigkeit = Zukunft

Ist Nachhaltigkeit eine grüne Spinnerei oder ein umfassendes System zur Sicherung der unternehmerischen Zukunft?

Um es vorweg zu nehmen, Nachhaltigkeit ist die beste Strategie und Managementsystem für jedes Unternehmen.

Ich veranstalte Mitte Dezember einen Workshop zum Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen, der sich gezielt an den Mittelstand richtet.

Referente:

Michael Wühle, Vice Präsident der IASA e.V. und Buchautor „Oh je, Herr Carlowitz – Nachhaltigkeit in der Praxis“, autorisierter Energieberater

Inhalt

  • Nachhaltigkeit – eine grüne Spinnerei, ein Marketing-Konzept? Oder ein umfassendes betriebswirtschaftlich begründetes System zur Sicherung der unternehmerischen Zukunft?
  • Ist das Thema Nachhaltigkeit ein Thema mit dem Sie sich für den Mittelstand beschäftigen sollten?
  • Ausblick auf die verschärfenden Entwicklungen zum Thema Nachhaltigkeit / CSR aus dem politischen Berlin und Brüssel
  • Bedeutung des Nachhaltigkeitsansatzes und die damit einhergehenden Chancen gerade für mittelständische Unternehmen
  • Die wichtigsten Potenziale bei Kostenreduzierungen, Erlössteigerungen, Fachkräfte-Gewinnung, angewandtem Umweltschutz und verbindendem, gemeinschaftlichen Handeln in Verbindung mit den Anspruchsgruppen eines Unternehmens
  • Die wesentlichen Elemente und Methoden, die für ein wirksames und erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement erforderlich sind
  • Nachhaltigkeitszertifizierung als Alleinstellungsmerkmal und Zukunftssicherung
  • Fördermittel für mittelständische Unternehmen im Kontext der Nachhaltigkeit
  • Ermittlung des betriebswirtschaftlichen Return-on-Invest für Investition in nachhaltige Maßnahmen anhand von umgesetzten Projekten aus dem Mittelstand

mehr Infos unter: https://www.nachhaltigkeit-management.de/event/nachhaltigkeit-als-erfolgsfaktor-fuer-den-mittelstand/

Ticket buchen unter: Nachhaltigkeit als Erfolgsmodell für den Mittelstand