01 Apr

Jatropha – ein Aprilscherz?

Ich verfolge die Diskussion über Jatropha als Energiepflanze der Zukunft nun schon einige Jahre und das Auf und Ab der Argumente ermüdet mich schön langsam.

Die Befürworter (ich gehöre dazu) argumentieren, dass die Jatropha-Nuss eine nachhaltige (Teil-)Ersatzquelle für Erdöl sein könnte weil sie:

– nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht,

– ein nachwachsender Rohstoff ist,

– relativ einfach in Biodiesel oder Biokerosin verwandelt werden kann,

– auf landwirtschaftlich sonst nicht interessanten Flächen angebaut werden kann,

– Arbeitsplätze im kleinbäuerlichen Bereich schaffen kann

Die andere Seite argumentiert dann in der Regel so:

– Jathropha verdrängt die Nahrungsmittelproduktion,

– die Erträge sind zu gering,

– viele Projekte sind schon gescheitert,

– nützt nur den Industriestaaten

Es stimmt schon, wie sooft bei neuen und innovativen Methoden gibt es auch Rückschläge und Fehlentwicklungen. Plantagen mit Pflanzen aus wildem Samen bringen natürlich nicht die Erträge wie durch Zucht optimierte Samen. Hier ist Entwicklungshilfe gefragt! Bei entsprechend professioneller Herangehensweise ist meiner Überzeugung nach eine wahrhaftig nachhaltige Produktion möglich, die wirtschaftlich und umweltverträglich ist und Arbeitsplätze schafft.

Es gibt genügend brach liegende Flächen, vor allem in Afrika:

… Kein Landraub, keine Ausbeutung. Und tatsächlich gibt es in Mosambik etwa 36 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbare Fläche und auf nur zehn Prozent davon wird etwas angebaut. (Quelle: https://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/rohstoffe/id_61067774/biosprit-pflanze-jatropha-steht-vor-dem-aus.html)

Eine schwarz/weiß-Sicht ist auch hier der falsche Weg. Die richtigen Flächen aussuchen, vor Ort genossenschaftliche Strukturen schaffen und einen kompetenten Produzenten im Rücken und es spricht nichts gegen eine verträgliche, eine nachhaltige Produktion von Erdölersatzprodukten aus Jatropha-Nüssen.

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